Im Rahmen dieses Best Practise Artikels haben wir uns mit Facebook-Fanpages und anderen Social Media Kanälen von Onlinehändlern beschäftigt um herauszufinden wo bereits ein Vertrieb von Produkten via Social Media stattfindet.
Schon seit einiger Zeit tummeln sich viele Onlinehändler auf Facebook und Twitter. Sie suchen den Dialog mit ihrem Kunden und bieten einen Kanal für Kritik oder Produktvorschläge. Darüber hinaus bietet sich jedoch auch die Möglichkeit die Facebookseite mit dem eigenen Onlineshop zu verlinken. Doch vielen Händlern reicht auch das nicht mehr aus: Die Fans sollen auf der Facebook Fanpage nicht nur kommentieren und „weitergeleitet“ werden, sondern in einem integrierten Online-Shop einkaufen können.
Der amerikanische Computer-Hersteller Dell gilt als Vorzeigebeispiel für den Vertrieb via Social Media. Dell verkauft über Twitter Notebooks und hat durch den Kanal bereits mehrere Millionen Dollar Umsatz generiert. Des Weiteren werden Ideen von Usern über die Plattform IdeaStorm in den Entwicklungsprozess der Notebooks miteinbezogen. Das hat die Vorteile, dass User sich mit den Produkten auseinandersetzen und Dell als eine Marke wahrgenommen wird, die innovativ und offen für Kundenwünsche ist. Dass Dell seine Community ernst nimmt, merkt man daran, dass Userideen auch bereits in der Produktion umgesetzt worden sind.
Auch auf Facebook existieren bereits verschiedene Shops im Bereich B2C. Simyo und Zalando offerieren beispielsweise verschiedene Angebote auf ihrer Facebook Fanpage:
Auf der Fanpage des Mobilfunk-Discounters Simyo hat der User zunächst die Möglichkeit sich eine Telefonnummer generieren zu lassen. Will er seine eigene Rufnummer behalten erfolgte eine Weiterleitung auf die unternehmenseigene Homepage. In einem zweiten Schritt sucht sich der User einen Tarif aus und trägt zuletzt seine Daten ein. Zudem besteht die Möglichkeit die Daten, die man ohnehin schon bei Facebook eingetragen hat, automatisch übernehmen zu lassen. Der User muss anschließend nur noch den fälligen Betrag überweisen und die Bestellung abschicken. Um seinen Kunden die Angst vor Datenmissbrauchzu nehmen weist simyo auf der Fanpage auf Folgendes hin: „Dieser Shop wird ausschließlich von simyo betrieben. Die Shopdaten werden nur an simyo übermittelt und von simyo im Rahmen des Vertragsverhältnisses genutzt. Der Shop steht in keiner Verbindung zu Facebook.“
Auf der Fanpage des Versandhandels Zalando hat der User die Möglichkeit zwischen Bekleidung, Schuhen, Beauty- und Sportartikeln, Taschen und Accessoires sowie Outlet-Artikeln zu wählen. Auf Facebook kann er in Ruhe nach Artikeln stöbern und diese „bewerten“ bzw. „liken“ und seinen Freunden zeigen, dass ihm bestimmte Artikel gefallen. Entscheidet er sich zum Kauf genügt ein Klick auf den Button „zum Shop“ und man gelangt zum ausgewählten Artikel auf der Homepage des Unternehmens.
Im Gegensatz zu zalando und simyo muss der User für den Kauf von Produkten bei folgenden Firmen die Facebook Fanpage verlassen:
Auf der Fanpage des Einzelhandelsunternehmens Tchibo können Produkte der sogenannten Tchibo Themenwelt können betrachtet werden.
Auf der Facebookseite der Fluggesellschaft Germanwings haben die Fans die Möglichkeit nach günstigen Flügen zu suchen. Haben sie Abflug- und Zielort eingegeben werden sie mit einem Klick auf „Flüge suchen“ zur unternehmenseigenen Homepage geleitet.
Amazon bietet seinen Fans auf der Fanpage jede Woche ein Produkt zum vergünstigten Preis an.
Auch die Deutsche Bahn machte durch ein Angebot auf sich aufmerksam: Sie stellte ihren Kunden vom 25. Oktober bis 7. November über Facebook das Discount-Aktions-„Chefticket“ zur Verfügung. Erhältlich war das Chefticket für 25 Euro über die speziell eingerichtete Facebook-Seite.
Der Versandhandel BAUR versucht sich seit September dieses Jahres an der neuen Vertriebsmöglichkeit. Zum Einkaufen müssen die Kunden den Button “Online Shop” auf der Baur-Fanpage anklicken. Beim erstmaligen Betreten dieses Shops ist eine Authentifizierung durchzuführen, um den User auf die Datennutzung von Facebook durch sogenannte Social Media Plugins sowie auf den Datenschutz von Baur hinzuweisen. Der Shop ist für den Wiedererkennungseffekt optisch stark an den Online-Shop unter www.baur.de angelehnt.
Die Modemarke “French Connection” eröffnete im Oktober 2010 die sogenannte Youtique (zusammengesetzt aus YouTube und Boutique). Hier werden in kurzen Clips Kleidungsstücke präsentiert. Das macht das Einkaufen evtl. noch interessanter als im direkten Handel, wo man die Kleidung nicht vorgeführt bekommt. Folgt man den Reitern unter Shop by… wird man auf die Homepage des Modelabels geleitet und hat die Möglichkeit die Produkte zu kaufen.
Einige Dienstleister haben sich bereits darauf spezialisiert und bieten Unternehmen als auch Privatpersonen die Möglichkeit einen solchen Shop auf Facebook zu erstellen. Einer davon ist pavyment.com. Payvment verbindet außerdem alle mit ihrer Lösung erstellten Shops zu einer digitalen Einkaufpassage, der Payvment Shopping Mall. In die Shopping Mall integriert sind der Einkauf und auch der Bezahlvorgang.


